Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland

Mitgliederversammlung und Symposium 2015 in Heidelberg

Die Stadt Heidelberg wird vom 20.05. bis 22.05.2015 Gastgeberin der Mitgliederversammlung 2015 des Gesunde Städte-Netzwerkes der Bundesrepublik Deutschland und gemeinsam mit dem Netzwerk Ausrichterin des Symposiums sein.

„Gesundheit und Alter“ ist ein Schwerpunktthema der diesjährigen
Veranstaltung. Daneben wird sich das Symposium mit der Frage „Was bringt
den Kommunen das Präventionsgesetz“ beschäftigen. Im Rahmen des
Empfangs der Stadt Heidelberg wird der diesjährige Gesunde Städte-Preis
verliehen, der gemeinsam mit der COMPASS Private Pflegeberatung unter
dem Titel „StadtPflegeCOMPASS 2013“, ausgeschrieben worden ist. Die
Städte Crimmitschau und Idstein werden ihre Urkunden zur Mitgliedschaft im Gesunde Städte-Netzwerk erhalten.

Gesunde Städte-Preis – StadtPflegeCOMPASS 2015

Die deutsche Gesellschaft gehört weltweit zu den Gesellschaften mit dem höchsten Anteil älterer Menschen – mit steigender Tendenz. Daher entwickeln viele Kommunen bereits heute gesundheitsfördernde Strategien, um den Bürgerinnen und Bürgern ein selbstbestimmtes Altern zu ermöglichen und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zeitlich hinauszuzögern. Entscheidende Voraussetzungen für das Gelingen der einzelnen Maßnahmen sind Information und direkte Ansprache älterer Menschen sowie eine Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure.

Das Gesunde Städte-Netzwerk und COMPASS Pflegeberatung loben daher zum zweiten Mal einen Preis für Projekte und Angebote in Kommunen aus, die Prävention und Gesundheitsförderung älterer Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Der Fokus des diesjährigen StadtPflegeCOMPASS liegt auf dem Vernetzungsgedanken und hierbei insbesondere auf "Netzwerke und Strategien für ein selbstbestimmtes Altern in der Kommune".

Die Initiatoren des StadtPflegeCOMPASS wollen drei Preisträgerinnen und Preisträger mit insgesamt 3.000 Euro prämieren. Eine unabhängige Jury wählt die Preisträger aus.

Mit dem StadtPflegeCOMPASS 2015 werden Initiativen
und Projekte ausgezeichnet, die
• aus kommunalen Strukturen heraus entstehen oder entstanden sind.
• von Kommunen oder Kreisen selbst initiiert sind oder bei denen diese aktiv eingebunden sind.
• mehrere Akteure zusammenführen.
• auf Nachhaltigkeit angelegt sind und Veränderungen vor Ort bewirken.
• Ideen gebend auch für andere sind.
• bedürfnis- und bedarfsorientiert sind.
• innovativ sind und neue Wege gehen.
• praxisorientiert und vor Ort initiiert sind.

Die Stifter:
Das Gesunde Städte-Netzwerk ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kommunen mit dem Ziel, Gesundheit, körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden in den Mittelpunkt der Entscheidungen zu stellen und Gesundheitsförderung als gesellschaftspolitische Aufgabe zu verankern. COMPASS Pflegeberatung ist eine Tochter des Verbandes der Privaten Krankenversicherung und seit 2009 in der Pflegeberatung nach § 7a SGB XI tätig. COMPASS unterstützt und begleitet Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in der Pflegesituation mit dem Angebot einer telefonischen Beratung, die allen offen steht und Hausbesuchen.

Ihre Bewerbung reichen Sie bitte bis zum
20 . März 2015 beim
Gesunde Städte-Sekretariat
Gesundheitsamt Münster
Stühmerweg 8
48147 Münster

oder bei

COMPASS Private Pflegeberatung
Gustav-Heinemann-Ufer 74C
50968 Köln
ein.
Die Preisträger werden Ende April benachrichtigt.

Für weitere Fragen stehen Ihnen von Seiten des Gesunde
Städte-Netzwerks
Rike Hertwig
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung
Berlin
Telefon: 030 44319082
Email: hertwig@gesundheitbb.de

Corinna Fillies
Stabsstelle Gesunde Stadt
Stadt Troisdorf
Telefon: 02241 900 174
Email: FilliesC@troisdorf.de

oder von COMPASS Private Pflegeberatung
Stefanie Nelle
Telefon: 0221 933 32 127
Email: info@compass-pflegeberatung.de
gern zur Verfügung.

 

 

 

 

Internationale Konferenz der Gesunden Städte Athen 22. – 25. Oktober 2014 „Gesundheit und die Stadt: städtisches Leben im 21. Jahrhundert – Visionen und beste Lösungen für Städte, die sich der Gesundheit und dem Wohlbefinden verpflichtet haben“

Vom 22. bis 25. Oktober 2014 fand in Athen die internationale Konferenz des Europäischen WHO-Netzwerkes „Gesunde Städte“ statt. Gastgeber war das Hellenic Healthy Cities Network unter Leitung von George Patoulis, dem Bürgermeister der Region Amaroussion. Die Teilnehmer der Konferenz kamen aus 56 verschiedenen Ländern. Neben Vertretern der Weltgesundheitsorganisation, der Vereinten Nationen, Experten des Gesundheitssektors sowie Mitgliedern des Netzwerkes Gesunde-Städte waren auch eine Vielzahl von Politikern vertreten. Karsten Mankowsky (Dezernent Rhein-Kreis-Neuss) nahm als Vertreter des Deutschen Netzwerkes „Gesunde Städte“ sowie Dr. Peggy Looks (Beauftragte WHO-Projekt „Gesunde Städte“) als Vertreterin der Landeshauptstadt Dresden teil.

Karsten Mankowsky, Dezernent des Rhein-Kreises Neuss für die Bereiche Umwelt und Gesundheit / Dr. Peggy Looks WHO-Beauftragte „Gesunde Städte“

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die 25-jährige europäische und weltweite Gesunde-Städte-Bewegung. Die Bewegung repräsentiert eine der weitreichendsten internationalen Public-Health-Initiativen. Wie Dr. Agis Tsouros (WHO-Director, Division of Policy and Governance for Health and Wellbeing) auf der Konferenz ausführte, hat die Gesunde-Städte-Bewegung während der vergangenen 25 Jahre gezeigt, dass die Herausforderungen für die Öffentliche Gesundheit durch Initiativen auf lokaler Ebene wirksam bewältigt werden können. Diese Initiativen sind Motor für die städtische Entwicklung. Seiner Meinung nach, nehmen politi-sche Entscheidungsträger eine Schlüsselrolle ein, da diese die Stärke habe, Bedingungen für gesundes Leben zu schaffen. Entscheidungsträger können alle Sektoren und Interessenvertreter in einem integrativen poltischen Management vereinen, um evidenzbasierte politische Ansätze und Aktionen für die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden umzusetzen. Es stehen vor allem die Herstellung gesundheitlicher Chancengleichheit sowie der Schutz von Risikogruppen im Mittelpunkt. Gerade die lokale Führungsebene - Setting Kommune - kann nationale und regionale Pläne, wie den bundesdeutschen Gesundheitszieleprozess, für die Gesundheitsförderung und Prävention verstärken.

Die Ziele der Konferenz waren im Einzelnen:

  • die Bedeutung von Initiativen für die Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden auf lokaler und städtischer Ebene hervorzuheben;
  • die Schlüsselrolle lokaler Regierungen herauszustellen und die Einflüsse lokaler Führungsebenen für Gesundheit zu verdeutlichen;
  • gegenseitig von den innovativen und guten Praktiken der Gesunden-Städte-Initiativen über die gesamte europäische Region zu lernen;
  • sowie Visionen zu teilen und die Verpflichtung für Gesundheit und städtisches Leben zu verstärken.


Die Konferenz bot die Gelegenheit, Wissen zwischen den Mitgliedsstädten auszutauschen und von den Erfahrungen sowie innovativen Lösungen für die Bewältigung von gesundheitspolitischen Problemen anderer Städte zu profitieren. Neben einer Vielzahl von Vorträgen zu innovativen Einzelprojekten, die sich einer Reihe von Public Health-Themen wie z.B. seniorenfreundliche Städte, gesunde Stadtentwicklung, Suchtprävention etc. widmeten, fanden auch Trainingseinheiten z.B. zur Evaluation von Ansätzen der Gesundheitsförderung statt. Besonders erwähnenswert sind die vorgestellten strategischen Ansätze der Mitgliedsstädte. Die Bürgermeisterin der Stadt Kopenhagen - Ninna Thomsen - beispielsweise, präsentierte „Smoke-free Kopenhagen 2025“. Dieser Ansatz vereint sowohl verhaltenspräventive Maßnahmen wie Aufklärung in den Schulen mit Maßnahmen zur Raucherentwöhnung als auch in Kombination mit verhältnisorientierten Maßnahmen (z.B. rauchfreie Spielplätze etc.). Dabei werden zielgruppenorientierte Maßnahmen mit neuen Medien (z.B. Facebook) unterstützt. Die Dänen haben zudem die „Smoke Free Cities Alliance“ gegründet, dieser kann man sich als Stadt anschließen, um gemeinsam dem Ziel einer rauchfreien Gesellschaft näher zu kommen.

Zudem bildete die Konferenz eine Plattform sowohl für Politik, wie auch Fachexperten, um zukünftige Visionen zu benennen und die Verpflichtung für Gesundheit, nachhaltiger Entwicklung und die Gesunde-Städte-Bewegung zu erneuern. Im Rahmen der Veranstaltung wurde daher die „Athen's Declaration for Healthy Cities“ durch die anwesenden Bürgermeister und politischen Vertreter unterzeichnet.
Die Deklaration enthält ein politisches Statement für die Stärkung der städtischen Führung für gesundheitliche Belange sowie die Herstellung der gesundheitlichen Chancengleichheit und Wohlbefinden. Zudem verpflichten sich die Städte zum WHO Europa Netzwerk Gesunde Städte in Phase VI sowie zu den Zielen von „Gesundheit 2020“.

Die Konferenz war zugleich auch die Abschlussveranstaltung für die Arbeitsphase V des WHO-Projektes „Gesunde Städte“. Im Rahmen dessen wurden an alle 99 Mitgliedsstädte und 20 nationalen Netzwerke der vergangenen Phase die Urkunden verliehen. Die Landeshauptstadt Dresden und das Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland erhielten ihre Urkunden für ihre Verpflichtung und Beteiligung am Europäischen WHO Netzwerk „Gesunde Städte“ zwischen 2009 und 2013.

Dr. Agis Tsouros, Direktor der Abteilung “Policy and Governance for Health and Wellbeing” des Europäischen Büros der WHO

Dresden wie auch das Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland werden auch zwischen 2013 und 2018 - Phase VI - Mitglied im Europäischen Netzwerk „Gesunde Städte“ sein. Die Landeshauptstadt Dresden hat nach umfangreicher Evaluation und erfolgreicher Bewerbung die Designation für die Phase VI im September 2014 erhalten.
Aus dieser Verpflichtung und Teilnahme in Phase VI erwachsen sowohl für das Deutsche Netzwerk wie auch für die Landeshauptstadt Dresden Aufgaben, allerdings wird das internationale Netzwerk auch als Bereicherung für die zu bewältigenden Aufgaben gesehen. Wir können aus den Beispielen guter Praxis von unseren europäischen Partnern lernen. Diese Konferenz hat deutlich gemacht, was wir bereits erreicht haben und wie wir uns den zukünftigen Herausforderungen stellen können. Wissen über bewährte Ansätze zu teilen und voneinander zu lernen, wird auch Ziel der nächsten Konferenz 2015 in Kuopio, Finnland sein.

Autoren: Frau Dr. Peggy Looks aus Dresden, Karsten Mankowsky, Rhein-Kreis-Neuss

 

 

Termin vormerken: Nächste Mitgliederversammlung des Gesunde Städte-Netzwerkes vom 20. – 22. Mai 2015 in Heidelberg

Heidelberg Altstadt Panorama