Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland

 

 

Landkreis Meißen neues Mitglied im Gesunde Städte-Netzwerk

Gesunde Städte-Symposium in Marburg - Partizipation und Gesundheitsförderung in der Kommunalpolitik

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (v. l.) und Landrätin Kirsten Fründt kamen in der Kommunalpolitischen Runde Plus im Rahmen des Fachsymposiums ins Gespräch mit Dr. Ulrike Freundlieb (Bürgermeisterin von Mannheim), Moderatorin Dr. Lucia Schmidt, Dr. Fred-Holger Ludwig (Stadtbürgermeister Bad Bergzabern) und Referentin Prof. Gesine Bär. (Foto: Universitätsstadt Marburg)

Wie kann Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in der Gesundheitsförderung funktionieren? Das Thema des Gesunde Städte-Netzwerks traf offenbar einen Nerv. Rund 200 Fachleute aus der kommunalen Gesundheitsförderung, der Gemeinwesenarbeit, von Selbsthilfeorganisationen, Krankenkassen und anderen Institutionen des Gesundheitswesens kamen auf Einladung der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf und des Gesunde Städte-Netzwerkes zum Symposium „Partizipation als kommunales Handlungsprinzip in der Gesundheitsförderung“ nach Marburg. Beteiligt waren auch Vertreter aus Österreich und vom WHO-Regionalbüro Europa in Kopenhagen 

„Gesundheit ist eine Kernaufgabe der Kommune“, betonte Oberbürgermeister  Thomas Spies. Prävention sei ein zentraler Baustein der Politik in der Stadt, der in allen Fachabteilungen mitgedacht und berücksichtigt werde.Landrätin Kirsten Fründt erläuterte, wie der Landkreis Marburg-Biedekopf als erster Flächenkreis begonnen hat, einen strukturierten Beteiligungsprozess aufzubauen. Die Mannheimer Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb zeigte am Beispiel ihrer Stadt wie die „stillen Gruppen“ für die Bürgerbeteiligung gewonnen werden sollen, die sich aus der sozialer Benachteiligung heraus nicht oder selten zu Wort melden. Der Stadtbürgermeister von Bad Bergzabern, Fred-Holger Ludwig, wies darauf hin, dass Angebote für Betroffene innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens häufig Hindernisse zu überwinden haben, wie die „Frauenselbsthilfe nach Krebs“, die er vor vielen Jahren mitgründete.  Heute sei klar, wie erfolgreich diese Gruppen arbeiten. Gesine Bär, Professorin für "Partizipative Ansätze in den Gesundheits- und Sozialwissenschaften"  an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, nannte diese Ansätze und Herangehensweisen aus den Mitgliedskommunen des Gesunde Städte-Netzwerkes vorbildlich, plädierte in ihrem Vortrag für durchdachte Konzepte eines integrierten Handlungsansatzes in der Kommunalpolitik. Das brauche Zeit. Dabei müsse man sich auch die Frage stellen, wie viele Ressourcen und welche Rahmenbedingungen für seriöse Bürgerbeteiligungsverfahren vorhanden seien. Sonst machten die Menschen schlechte Erfahrungen mit Partizipation. 

Dem Symposium vorangegangen war die Mitgliederversammlung des „Gesunde Städte-Netzwerks“, bei der Martin Weber vom WHO-Regionalbüro Europa die Unterstützung kommunalpolitischer Initiativen für Gesundheitsförderung durch die WHO vorstellte. Gernot Antes aus Wien stellte den Stand der Entwicklung Gesunder Kommunen und des Gesunde Städte-Netzwerkes in Österreich vor. Beim Symposium selbst gab es neben den Vorträgen auch vertiefende Workshops.Bei den Workshops stellten Kreis und Stadt ihre Konzepte zur Bürgerbeteiligung vor und diskutierten sie anschließend mit den Teilnehmenden. Themen waren auch die Gesundheitsförderung für Migrant/innen oder die Gesundheitsförderung im Quartier – letzteres am Beispiel der Gemeinwesenarbeit in den Stadtteilen Richtsberg, Waldtal und Stadtwald, den Marburger Standorten des Programms „Soziale Stadt“ „ Die unterschiedliche Ausrichtung der Workshopangebote dieses Fachsymposiums spiegelt die Breite der Themenvielfalt wieder und macht deutlich, dass wir aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema in den Fokus nehmen sollten“, so Susanne Hofmann, Leiterin des Fachdienstes Gesunde Stadt Marburg und Koordinatorin ihrer Stadt im Gesunde Städte-Netzwerk. 

„Mit der Umsetzung unseres Präventionsplans „Gemeinsam für Gesundheit und Lebensqualität“ haben wir eine verbindliche Handlungsgrundlage geschaffen“, erläuterte Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes im Rahmen eines Vortrages des sehr gut besuchten Workshops "Gesunde Kommune". „Wir sehen das Thema Gesundheit als Querschnittsaufgabe und haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Akteure aus den verschieden Verwaltungen und in den Quartieren fachlich und organisatorisch zu unterstützen.“ 

Quelle: Eigenberichterstattung und Pressemitteilung der Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit & Bürger/innen-Kommunikation  der Universitätstadt Marburg; eine Tagungsdokumentation folgt.(Programm des Symposiums)

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Kompetenzforum des Gesunde Städte-Netzwerkes 11./12. Juni 2018 in Kassel mit 110 TeilnehmerInnen aus 14 Bundesländern - Zur Dokumentation der Vorträge hier klicken!

 

 

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Gesunde Städte-Nachrichten 2018: Berichte über gute Beispiele aus Gesunden Städten und Gemeinden

Schwerpunktthema: Partizipation in der Kommunalpolitik/Soziale Teilhabe in der kommunalen Gesundheitsförderung

Inhalt unseres Printmediums 2018: Gute-Praxis Beispiele aus 17 Mitgliedskommunen des Gesunde Städte-Netzwerks; drei Kompetenzzentren stellen sich vor (Leipzig, Herne und Köln); Präsentation von drei neuen Mitgliedern im Netzwerk (Universitätsstadt Marburg, Landkreis Wittenberg und Bad Bergzabern).

(download GS-Nachrichten 2018)

Die GS-Nachrichten senden wir auf Wunsch auch gerne per Post.

 

 

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 Das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland ist akkreditiertes Mitglied im Verbund der Europäischen Region der  Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Link zum WHO Regionalbüro für Europa:  www.euro.who.int/de/home